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Leitungsschutzschalter.einfach erklärt.

Leitfaden nach OVE

Der Leitungsschutzschalter (LS-Schalter) ist die zentrale Schutzeinrichtung gegen Überlast und Kurzschluss in Niederspannungsanlagen. Dieser Leitfaden erklärt Funktion, Aufbau, B-, C- und D-Charakteristik, Auswahl und die Anforderungen nach österreichischer Praxis.

Schutzeinrichtungen14 Min. Lesezeit
[ § 01 ] — Einleitung

Warum LS-Schalter wichtig sind.

Kaum ein Bauteil einer Elektroanlage arbeitet so unauffällig — und ist zugleich so entscheidend für die Sicherheit — wie der Leitungsschutzschalter.

In nahezu jedem Verteiler in Österreich sind sie zu finden: die kleinen Schalter mit Kippschalter oder Wippenhebel, meist beschriftet mit B16, C16 oder ähnlichen Kürzeln. Der Leitungsschutzschalter — kurz LS-Schalter oder umgangssprachlich „Sicherungsautomat" — sorgt dafür, dass eine Leitung nicht durch Überlast überhitzt und bei einem Kurzschluss innerhalb weniger Millisekunden abgeschaltet wird.

Dieser Leitfaden erklärt, wie ein LS-Schalter aufgebaut ist, wie thermische und magnetische Auslösung zusammenspielen, was hinter den Buchstaben B, C und D steckt und worauf bei Auswahl und Einbau nach OVE E 8101 zu achten ist.

[ § 02 ] — Definition

Was ist ein Leitungsschutzschalter?

Ein LS-Schalter ist ein Überstromschutzorgan, das Leitungen und Betriebsmittel vor Überlast und Kurzschluss schützt.

Ein Leitungsschutzschalter (englisch MCB — Miniature Circuit Breaker) ist ein wiedereinschaltbares Schutzorgan im Verteiler einer elektrischen Anlage. Er überwacht den Strom in einem Stromkreis und trennt diesen vom Netz, sobald der zulässige Wert überschritten wird — entweder langsam durch Überlast oder schlagartig durch einen Kurzschluss.

Im Unterschied zur Schmelzsicherung wird der LS-Schalter nach einer Auslösung nicht ausgetauscht, sondern nach Behebung der Fehlerursache einfach wieder eingeschaltet. Das macht ihn zum Standard-Schutzgerät in Wohn-, Gewerbe- und Industrieanlagen.

[ § 03 ] — Bedarf

Warum wird ein LS-Schalter benötigt?

Jede Leitung hat einen zulässigen Grenzstrom — wird er dauerhaft überschritten, drohen Isolationsschäden und Brandgefahr.

Elektrische Leiter erwärmen sich, wenn Strom fließt. Bleibt der Strom im zulässigen Bereich, ist die Erwärmung unkritisch. Wird der Nennwert der Leitung dauerhaft überschritten, steigt die Temperatur der Isolierung — sie altert schneller, wird spröde oder kann im schlimmsten Fall in Brand geraten.

Der LS-Schalter erfüllt in diesem Kontext drei Kernaufgaben:

  • Schutz der Leitung vor thermischer Überlastung durch Dauerströme oberhalb des Bemessungsstromes.
  • Schutz vor den Auswirkungen von Kurzschlüssen — schnelle Abschaltung, um Lichtbogen und Beschädigungen zu verhindern.
  • Sicheres Trennen des Stromkreises zu Wartungs- und Reparaturzwecken.
[ § 04 ] — Aufbau

Aufbau eines LS-Schalters.

Trotz seiner kompakten Bauform vereint der LS-Schalter mehrere präzise abgestimmte Baugruppen in einem Gehäuse.

Ein typischer Leitungsschutzschalter für Reiheneinbau besteht aus folgenden Hauptbaugruppen:

  • Gehäuse aus Isolierstoff mit Rastfuß für die Hutschiene (35 mm).
  • Anschlussklemmen für Ein- und Ausgang (Zuleitung und abgehende Leitung).
  • Kippschalter oder Wippe zur manuellen Bedienung und als optische Zustandsanzeige.
  • Bimetall als thermisches Auslöseelement für den Überlastschutz.
  • Elektromagnetische Auslösung (Spule mit beweglichem Anker) für den Kurzschlussschutz.
  • Schaltschloss mit Freiauslösung — verhindert das Zwangseinschalten bei bestehendem Fehler.
  • Lichtbogenlöschkammer zur sicheren Löschung des Schaltlichtbogens beim Abschalten.

Die einzelnen Baugruppen sind so abgestimmt, dass der Schalter im Normalbetrieb völlig passiv arbeitet — er unterbricht nur dann, wenn Strom oder Zeitverlauf außerhalb der zulässigen Grenzen liegen.

[ § 05 ] — Funktion

Wie funktioniert ein LS-Schalter?

Zwei voneinander unabhängige Auslösemechanismen ergänzen einander: einer reagiert auf Überlast, der andere auf Kurzschluss.

Der LS-Schalter kombiniert zwei Auslöseprinzipien in einem Gerät. Beide wirken auf denselben mechanischen Schaltmechanismus, sprechen jedoch auf unterschiedliche Fehlerbilder an:

  • Thermische Auslösung mittels Bimetall — reagiert langsam auf Überlast.
  • Magnetische Auslösung mittels Elektromagnet — reagiert schnell auf Kurzschluss.

Wird eines der beiden Auslöseorgane aktiv, entkoppelt das Schaltschloss die Kontakte, ein Lichtbogen entsteht und wird in der Löschkammer sicher unterbrochen. Der Kippschalter fällt in die AUS-Stellung — der Fehler ist damit sichtbar gemeldet.

[ § 06 ] — Thermisch

Thermische Auslösung (Überlast).

Das Bimetall reagiert auf die Erwärmung durch länger andauernde Ströme oberhalb des Bemessungswertes.

Das Bimetall besteht aus zwei fest miteinander verbundenen Metallschichten mit unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten. Fließt Strom durch das Bimetall, erwärmt es sich — je höher der Strom, desto stärker die Erwärmung und desto stärker die Verbiegung des Streifens.

Überschreitet der Strom über einen längeren Zeitraum den Bemessungswert, verbiegt sich das Bimetall so weit, dass es das Schaltschloss auslöst. Die Auslösung erfolgt also zeitabhängig und stromabhängig: kleine Überschreitungen führen erst nach vielen Minuten zur Abschaltung, deutliche Überlast bereits nach wenigen Sekunden. Dieses Verhalten schützt die Leitung, ohne bei kurzen, unkritischen Stromspitzen (z. B. Einschaltstrom) sofort abzuschalten.

[ § 07 ] — Magnetisch

Magnetische Auslösung (Kurzschluss).

Bei sehr hohen Strömen zieht ein Elektromagnet den Auslöseanker an und trennt den Stromkreis innerhalb weniger Millisekunden.

Der Strom durchfließt zusätzlich zum Bimetall eine Auslösespule. Deren Magnetfeld ist proportional zum Strom. Solange der Strom im normalen Bereich bleibt, reicht die Kraft nicht aus, um den beweglichen Anker anzuziehen.

Bei einem Kurzschluss steigt der Strom schlagartig auf ein Vielfaches des Bemessungswertes. Das Magnetfeld wird stark genug, um den Anker anzuziehen; dieser betätigt das Schaltschloss und öffnet die Kontakte innerhalb von Millisekunden. Der Vorteil: die kurze Abschaltzeit begrenzt sowohl die freigesetzte Energie am Fehlerort als auch die Belastung der vorgelagerten Anlage.

[ § 08 ] — Bemessungsstrom

Bemessungsstrom (In).

Der Bemessungsstrom ist die zentrale Kenngröße jedes LS-Schalters — er definiert, welchen Dauerstrom die Schutzeinrichtung führen darf.

Der Bemessungsstrom In ist der Strom, den der LS-Schalter dauerhaft führen kann, ohne auszulösen. Übliche Werte für Wohn- und Zweckbauten sind 6, 10, 13, 16, 20, 25, 32, 40, 50 und 63 A.

Wichtig ist die Abstimmung mit der Leitung: der Bemessungsstrom des LS darf den zulässigen Strom der abgehenden Leitung nicht überschreiten. Sonst verliert der Überlastschutz seine Wirkung, weil die Leitung schon überlastet wäre, bevor der Schalter auslöst.

[ § 09 ] — Kennlinien

Auslösecharakteristiken im Überblick.

Die Kennlinien B, C und D beschreiben das Kurzschluss-Auslöseverhalten und werden nach Anwendung und Einschaltverhalten der Verbraucher gewählt.

Alle drei Kennlinien haben denselben thermischen Bereich — der Überlastschutz ist also im Wesentlichen identisch. Sie unterscheiden sich in der magnetischen Auslösung, also im Bereich, in dem die schnelle Abschaltung bei Kurzschluss erfolgt.

  • B-Charakteristik: schnelle Auslösung bei 3 bis 5 × In.
  • C-Charakteristik: Auslösung bei 5 bis 10 × In.
  • D-Charakteristik: Auslösung bei 10 bis 20 × In.

Je „träger" die Charakteristik, desto höher der zulässige Einschaltstrom, bevor die magnetische Auslösung anspricht. Dadurch lassen sich Verbraucher mit hohen kurzzeitigen Anlaufströmen (z. B. Motoren, Transformatoren) sinnvoll absichern.

[ § 10 ] — B

B-Charakteristik.

Der Standard-Automat für Wohn- und Bürostromkreise — empfindlich genug für allgemeine Verbraucher.

Der B-Automat löst magnetisch bei einem Strom von etwa 3 bis 5 × In aus. Er ist die typische Wahl für Beleuchtungs- und Steckdosenstromkreise in Wohnungen, Büros und ähnlichen Bereichen, in denen keine großen kurzzeitigen Einschaltströme auftreten.

Typische Anwendungen:

  • Steckdosenstromkreise in Wohnräumen und Büros.
  • Beleuchtungsstromkreise ohne große Vorschaltgeräte.
  • Kleine Verbraucher mit geringem Anlaufstrom.
[ § 11 ] — C

C-Charakteristik.

Für Verbraucher mit erhöhtem Einschaltstrom — Motoren, Werkstätten und viele Gewerbeanwendungen.

Der C-Automat löst magnetisch erst bei 5 bis 10 × In aus. Damit verkraftet er höhere kurzzeitige Einschaltströme, ohne sofort abzuschalten. Er wird häufig für Verbraucher mit induktivem Anteil oder mit Vorschaltgeräten eingesetzt.

  • Kleine bis mittlere Motoren und Pumpen.
  • Werkstätten und Gewerbebetriebe mit gemischten Verbrauchern.
  • Bestimmte LED-Anlagen mit hohen Einschaltstromspitzen.
[ § 12 ] — D

D-Charakteristik.

Für Anwendungen mit sehr hohen kurzzeitigen Anlaufströmen — Transformatoren, große Motoren und Maschinen.

Der D-Automat löst magnetisch bei 10 bis 20 × In aus. Er kommt dort zum Einsatz, wo besonders hohe Einschaltstromspitzen auftreten — bei kleineren Verbrauchern der Wohn- und Bürowelt spielt er praktisch keine Rolle.

  • Transformatoren mit hohem Einschaltstrom.
  • Große Motoren und Maschinen mit hohem Anlaufstrom.
  • Bestimmte Schweißgeräte und Industrieanwendungen.

Wichtig: die höhere magnetische Ansprechschwelle bedeutet, dass im Kurzschlussfall höhere Ströme fließen, bevor abgeschaltet wird. Die Schleifenimpedanz muss entsprechend niedrig sein, damit die geforderten Abschaltzeiten eingehalten werden.

[ § 13 ] — Vergleich

B, C und D im Vergleich.

Die drei gebräuchlichen Kennlinien im direkten Überblick.

Vergleichstabelle

TypAuslösungTypische Anwendung
B3–5 × InWohnungen, Beleuchtung, Steckdosen
C5–10 × InMotoren, Werkstätten, Gewerbe
D10–20 × InTransformatoren, Maschinen mit hohem Anlaufstrom

Der thermische Bereich (Überlastschutz) ist bei allen drei Typen praktisch identisch — der Unterschied liegt ausschließlich in der schnellen magnetischen Auslösung.

[ § 14 ] — Auswahl

Auswahl des richtigen LS-Schalters.

Die Auswahl richtet sich nach Leitung, Verbraucher, Netzsystem und den Anforderungen der OVE E 8101.

Für die richtige Wahl sind folgende Kriterien maßgeblich:

  • Zulässiger Strom der abgehenden Leitung (Querschnitt, Verlegeart, Umgebungsbedingungen).
  • Art und Einschaltverhalten der Verbraucher (Beleuchtung, Steckdosen, Motoren, Trafos).
  • Netzsystem und daraus resultierende Kurzschlussströme.
  • Selektivität zu vor- und nachgelagerten Schutzeinrichtungen.
  • Ausschaltvermögen (in kA) — muss dem am Einbauort möglichen Kurzschlussstrom entsprechen.
  • Anzahl der zu schaltenden Pole (1-, 2-, 3- oder 4-polig).
[ § 15 ] — Querschnitt

Zusammenhang zwischen Leitungsquerschnitt und LS.

LS-Schalter und Leitung müssen als Einheit betrachtet werden — die Leitung bestimmt den maximal zulässigen Bemessungsstrom.

Der LS-Schalter schützt die Leitung, nicht das angeschlossene Gerät. Der Bemessungsstrom muss deshalb so gewählt werden, dass er den zulässigen Dauerstrom der Leitung nicht überschreitet. Als grobe Orientierung für Kupferleitungen unter üblichen Bedingungen:

QuerschnittTypischer LS
1,5 mm² Cubis 13 A / 16 A (je nach Verlegeart)
2,5 mm² Cubis 20 A / 25 A
4 mm² Cubis 25 A / 32 A
6 mm² Cubis 40 A
10 mm² Cubis 50 A

Hinweis: die tatsächlich zulässigen Werte hängen von Verlegeart, Häufung, Umgebungstemperatur und weiteren Faktoren ab. Maßgeblich ist die aktuelle Ausgabe der OVE E 8101.

[ § 16 ] — FI + LS

Zusammenspiel FI und LS.

FI (RCD) und LS haben unterschiedliche Aufgaben und ergänzen einander — keiner ersetzt den anderen.

Ein FI-Schutzschalter (RCD) überwacht die Summe der ein- und ausfließenden Ströme. Weicht diese von Null ab (weil ein Fehlerstrom gegen Erde abfließt), schaltet er ab. Er dient in erster Linie dem Personenschutz.

Ein LS-Schalter misst den Betriebsstrom im Stromkreis und schützt vor Überlast und Kurzschluss. Er dient dem Leitungs- und Anlagenschutz.

In modernen Anlagen werden beide Schutzeinrichtungen kombiniert — entweder als getrennter FI mit nachgeschalteten LS-Schaltern, oder als kompaktes FI-LS-Element (RCBO) für einzelne Stromkreise. Nähere Details dazu im Beitrag FI-Schutzschalter (RCD) einfach erklärt.

[ § 17 ] — Anwendungen

Typische Anwendungen.

LS-Schalter finden sich in nahezu jeder elektrischen Anlage — von der Kleinstwohnung bis zur Industrieverteilung.

  • Endstromkreise in Wohnungen: Beleuchtung, Steckdosen, Herd, Warmwasser.
  • Büro- und Zweckbauten: Beleuchtung, EDV, Klimatechnik, Aufzüge.
  • Werkstätten und Gewerbe: Maschinen, Motoren, Werkzeuge.
  • Industrie: gruppenweise Absicherung von Antrieben, Steuerungen, Nebenanlagen.
  • Gebäudetechnik: Heizung, Lüftung, Regelungstechnik.
[ § 18 ] — Fehler

Häufige Fehler.

Ein Großteil der Störungen und Rückfragen im Alltag lässt sich auf wenige, immer wiederkehrende Ursachen zurückführen.

  • Zu kleiner Bemessungsstrom für die tatsächliche Belastung — häufige Auslösungen bei normalem Betrieb.
  • Falsche Charakteristik gewählt (z. B. B statt C) — LS löst beim Einschalten großer Verbraucher aus.
  • LS-Nennstrom größer als der zulässige Leitungsstrom — Überlastschutz für die Leitung fehlt.
  • Fehlender oder falsch dimensionierter Selektivitätsplan — bei einem Fehler löst zusätzlich der übergeordnete Schalter aus.
  • Locker angezogene Klemmen — punktuelle Erwärmung, Verfärbung, im Extremfall Brandgefahr.
  • Defektes Gerät im Stromkreis, das einen Erdschluss oder Isolationsfehler verursacht.
[ § 19 ] — Wartung

Wartung und Prüfung.

LS-Schalter sind weitgehend wartungsfrei, müssen aber regelmäßig im Rahmen der Anlagenprüfung überprüft werden.

Im Rahmen der wiederkehrenden Prüfung einer Anlage werden unter anderem beurteilt:

  • Sichtprüfung: Beschädigungen, Verfärbungen durch Wärme, korrekte Beschriftung, Zugänglichkeit.
  • Kontrolle der Klemmen: fester Sitz der Leiter, sauberer Anschluss ohne Isolierungsreste unter der Klemme.
  • Messung der Schleifenimpedanz zur Kontrolle der Abschaltbedingungen bei Kurzschluss.
  • Überprüfung der Übereinstimmung zwischen LS-Nennstrom, Leitungsquerschnitt und Verlegeart.
  • Kontrolle der Selektivität zu vorgelagerten Schutzeinrichtungen (Hausanschluss, Zählervorsicherung).
[ § 20 ] — OVE

Österreichische Praxis (OVE E 8101).

Grundlage für Auswahl, Errichtung und Prüfung von LS-Schaltern in Österreich ist die OVE E 8101.

Die OVE E 8101 („Errichtung von Niederspannungsanlagen") legt in Österreich unter anderem fest, welche Schutzmaßnahmen anzuwenden sind, welche Auswahl- und Dimensionierungsregeln für Überstromschutzeinrichtungen gelten und welche Prüfungen bei Neuanlagen und wiederkehrend durchzuführen sind.

Aus urheberrechtlichen Gründen werden hier keine Normtexte wiedergegeben. Wesentlich ist: LS-Schalter müssen so ausgewählt, angeordnet und geprüft werden, dass die in der Norm geforderten Abschaltzeiten sicher eingehalten werden — abgestimmt auf Netzsystem, Leitung und Verbraucher.

Weiterführend zum Thema Netzsysteme: siehe Netzsysteme (TN, TT, IT) einfach erklärt.

[ § 21 ] — Begriffe

Wichtige Begriffe.

Kurz und knapp — die wichtigsten Fachbegriffe rund um den Leitungsschutzschalter.

  • Bemessungsstrom In — Strom, den der Schalter dauerhaft führen kann, ohne auszulösen.
  • Ausschaltvermögen — größter Kurzschlussstrom, den der Schalter sicher abschalten kann (in kA).
  • Kennlinie / Charakteristik — B, C oder D; beschreibt das Kurzschluss-Auslöseverhalten.
  • Selektivität — bei einem Fehler löst nur der nächstgelegene, dem Fehler unmittelbar vorgelagerte Schalter aus.
  • Schleifenimpedanz — Gesamtwiderstand der Fehlerschleife; bestimmt den möglichen Kurzschlussstrom.
  • Freiauslösung — der Schalter löst auch dann aus, wenn der Bedienhebel festgehalten wird.
[ § 22 ] — FAQ

Häufige Fragen.

Antworten auf häufige Fragen zum Leitungsschutzschalter — Funktion, Auswahl und typische Probleme im Alltag.

  • Ein Leitungsschutzschalter (LS-Schalter, umgangssprachlich „Sicherungsautomat“) schützt Leitungen und Betriebsmittel vor Überlast und Kurzschluss. Bei einem Fehler trennt er den betroffenen Stromkreis automatisch vom Netz.

[ § 23 ] — Prüfung

Typische LAP-Prüfungsfragen.

Fragen im Stil von Lehrabschluss- und Meisterprüfungen — mit knappen, sachlichen Antworten.

Welche Aufgabe hat ein Leitungsschutzschalter?

Er schützt Leitungen und Betriebsmittel vor Überlast und Kurzschluss, indem er den Stromkreis bei unzulässig hohen Strömen automatisch abschaltet.

Was ist der Unterschied zwischen Überlast und Kurzschluss?

Überlast ist eine dauerhafte Überschreitung des zulässigen Betriebsstromes ohne Isolationsfehler — die Leitung erwärmt sich zu stark. Kurzschluss ist eine niederohmige Verbindung zwischen aktiven Leitern (oder aktivem Leiter und PE), bei der schlagartig ein Vielfaches des Nennstromes fließt.

Wie funktioniert die thermische Auslösung?

Ein Bimetall erwärmt sich durch den Betriebsstrom und verbiegt sich. Bei anhaltender Überlast wird die Verbiegung so groß, dass sie das Schaltschloss auslöst.

Wie funktioniert die magnetische Auslösung?

Der Strom durchfließt eine Spule. Bei einem Kurzschluss wird das Magnetfeld so stark, dass ein Anker angezogen wird und das Schaltschloss innerhalb weniger Millisekunden auslöst.

Wann verwendet man einen B-Automaten?

In Wohn- und Büroanlagen für Beleuchtungs- und Steckdosenstromkreise mit üblichen Verbrauchern ohne hohe Einschaltströme.

Wann ist ein C-Automat sinnvoll?

Für Verbraucher mit erhöhtem Einschaltstrom — etwa Motoren, Werkstätten oder Gewerbebetriebe mit gemischten Verbrauchern.

Wofür wird ein D-Automat eingesetzt?

Für Anwendungen mit sehr hohen kurzzeitigen Anlaufströmen wie Transformatoren, größere Motoren oder Maschinen mit hohem Anlaufstrom.

Welche Aufgabe übernimmt der FI-Schalter und welche der LS-Schalter?

Der FI-Schalter schützt Personen vor gefährlichen Fehlerströmen gegen Erde. Der LS-Schalter schützt Leitungen und Anlagen vor Überlast und Kurzschluss. Beide sind eigenständige Schutzeinrichtungen und ergänzen einander.

Wovon hängt die Auswahl eines LS-Schalters ab?

Von Leitungsquerschnitt und Verlegeart, Art und Einschaltverhalten der Verbraucher, dem Netzsystem und den daraus folgenden Kurzschlussströmen sowie den Anforderungen der OVE E 8101.

Warum darf der Nennstrom eines LS-Schalters nicht beliebig erhöht werden?

Weil der LS die Leitung schützt. Ein zu großer Nennstrom bedeutet, dass die Leitung bereits überlastet ist, bevor der Schalter reagiert — Isolationsschäden und Brandgefahr wären die Folge.

[ § 24 ] — Zusammenfassung

Das Wichtigste in Kürze.

Die zentralen Aussagen dieses Leitfadens auf einen Blick.

  • Der Leitungsschutzschalter schützt Leitungen und Anlagen vor Überlast und Kurzschluss.
  • Zwei Auslösemechanismen ergänzen einander: Bimetall (thermisch, langsam) und Elektromagnet (magnetisch, schnell).
  • Der Bemessungsstrom In darf den zulässigen Strom der Leitung nicht überschreiten.
  • B, C und D unterscheiden sich nur in der magnetischen Auslöseschwelle — B für Wohnungen, C für Motoren/Gewerbe, D für hohe Anlaufströme.
  • FI und LS sind eigenständige Schutzeinrichtungen mit unterschiedlichen Aufgaben — Personenschutz vs. Anlagenschutz.
  • Grundlage in Österreich ist die OVE E 8101 — sie regelt Auswahl, Errichtung und Prüfung.
[ § 26 ] — Kontakt

Fragen zum Thema?

Dieser Leitfaden ist Teil meines fachlichen Profils. Für einen persönlichen Austausch oder Rückfragen zum Beitrag stehe ich gerne zur Verfügung.