Was gemessen wird
Gemessen wird der Widerstand zwischen aktiven Leitern untereinander sowie zwischen aktiven Leitern und dem Schutzleiter. Das Messgerät legt eine Gleichspannung an und misst den sehr kleinen fließenden Strom; daraus ergibt sich R_iso = U / I.
Prüfspannung und Mindestwerte
Die Prüfspannung richtet sich nach der Nennspannung des Stromkreises. Für Stromkreise bis 500 V — also 230/400-V-Anlagen — sieht OVE E 8101 (Teil 6, in Anlehnung an IEC 60364-6) eine Prüfspannung von 500 V DC und einen Mindestwert von 1 MΩ vor. Für Schutz- und Funktionskleinspannung und für höhere Spannungen gelten andere Werte aus derselben Tabelle.
Der Mindestwert ist eine Untergrenze. In einer intakten, trockenen Anlage liegen die gemessenen Werte meist deutlich darüber; ein Wert knapp über der Grenze ist ein Hinweis, genauer hinzusehen.
Ablauf in Grundzügen
Der Stromkreis muss freigeschaltet sein. Empfindliche Verbraucher und elektronische Geräte werden abgeklemmt oder die Messung so gewählt, dass sie nicht beschädigt werden, denn 500 V DC können Elektronik zerstören und Ergebnisse verfälschen. Nach der Messung entlädt das Gerät die Leitungskapazität.
Einflüsse auf das Ergebnis
Was eine Messung im Lehrbetrieb ist — und was nicht
Messungen im Rahmen von Ausbildung und Kursen dienen dem Lernen und werden in Übungsprotokollen festgehalten. Ein Prüfbefund über eine Anlage ist etwas anderes und wird von dazu berechtigten Personen erstellt.
Fazit
Die Isolationsmessung prüft die Trennung zwischen Leitern und gegen Erde. Für 230/400-V-Stromkreise gilt 500 V DC Prüfspannung und mindestens 1 MΩ; das Ergebnis muss immer im Zusammenhang mit Leitungslänge und angeschlossenen Geräten bewertet werden.