Die Fehlerschleife
Die Schleife besteht aus Transformatorwicklung, Netzleitung, Hausanschluss, Leitung in der Anlage bis zur Fehlerstelle und Rückweg über Schutz- bzw. PEN-Leiter. Ihre Gesamtimpedanz heißt Schleifenimpedanz Z_S.
Abschaltbedingung
Die Schutzeinrichtung muss innerhalb der geforderten Zeit abschalten. Daraus folgt die Bedingung Z_S · I_a ≤ U₀: Der Strom I_a, bei dem das Schutzorgan in der geforderten Zeit sicher auslöst, muss bei der Spannung U₀ gegen Erde (230 V) auch tatsächlich fließen können.
Für Endstromkreise bis 32 A im TN-System bei 230 V nennt OVE E 8101 (Teil 4-41, angelehnt an IEC 60364-4-41) eine maximale Abschaltzeit von 0,4 s; für andere Fälle gelten andere Zeiten. Wird zusätzlich ein FI/RCD eingesetzt, erfolgt die Abschaltung über dessen viel kleinen Auslösestrom.
Beispiel mit LS-Schalter B16
Ein B16 löst magnetisch spätestens beim 5-fachen Bemessungsstrom aus, also bei 80 A. Damit ergibt sich eine maximal zulässige Schleifenimpedanz von 230 V / 80 A ≈ 2,9 Ω. In der Praxis werden zusätzlich Mess- und Temperaturzuschläge berücksichtigt, deshalb sind die tatsächlich verwendeten Tabellenwerte niedriger.
Was die Schleifenimpedanz erhöht
Fazit
Kleine Schleifenimpedanz = großer Fehlerstrom = schnelle Abschaltung. Ob die Abschaltbedingung erfüllt ist, wird gemessen und nach Norm beurteilt — ein Rechenwert ersetzt keine Messung.