[ § 36 ] — Elektro-Wissen · Thema

Prüfprotokoll Elektroinstallation: Aufbau, Messwerte und Bedeutung.

8 Abschnitte · 4 Formeln · 2 Rechner

Nach der Errichtung und in regelmäßigen Abständen werden elektrische Anlagen geprüft. Das Ergebnis wird dokumentiert. Dieser Artikel erklärt, was ein solches Protokoll enthält und wie man die Messwerte liest.

Abschnitt 01

Wozu ein Protokoll?

Das Protokoll dokumentiert, welche Anlage wann, von wem und mit welchem Messgerät geprüft wurde und welche Werte sich ergeben haben. Es ist die Grundlage für spätere Vergleiche: Ein Isolationswert, der über Jahre sinkt, ist ein Hinweis auf Alterung oder Feuchtigkeit.

Abschnitt 02

Besichtigen, Erproben, Messen

OVE E 8101 Teil 6 gliedert die Prüfung in drei Schritte. Beim Besichtigen wird die Anlage ohne Messgerät auf erkennbare Mängel und richtige Auswahl der Betriebsmittel kontrolliert. Beim Erproben werden Funktionen ausgelöst, etwa Schalter und Prüftasten. Beim Messen werden die elektrischen Kenngrößen ermittelt.

Abschnitt 03

Typische Messgrößen im Protokoll

Für jeden Stromkreis werden üblicherweise Schutzleiterwiderstand R_PE, Isolationswiderstand R_iso und Schleifenimpedanz Z_S eingetragen, für FI/RCD Auslösestrom, Auslösezeit und Berührungsspannung. Für die Anlage kommen Erdungswiderstand und Drehfeldrichtung hinzu. Jeder dieser Werte hat einen eigenen Artikel in dieser Bibliothek.

Abschnitt 04

Messwerte richtig lesen

Ein Wert ist nur zusammen mit dem Stromkreis aussagekräftig: Eine lange Leitung hat naturgemäß einen höheren R_PE und eine höhere Z_S als eine kurze. Ob ein Wert ausreicht, wird nach Norm im Zusammenhang mit Schutzorgan und Netzsystem beurteilt.

Abschnitt 05

Grenzwerte nach OVE E 8101 im Überblick

Für die häufigsten Messgrößen in 230/400-V-Anlagen gelten folgende Werte. Maßgeblich ist immer die gültige Fassung der Norm.

Abschnitt 06

Beispiel: so werden die Werte eingetragen

Stromkreis „Steckdosen Küche“, LS-Schalter B16, 2,5 mm², FI/RCD 30 mA, TN-C-S-System, U₀ = 230 V. Gemessen wurden: R_PE = 0,32 Ω, R_iso = 320 MΩ, Z_S = 0,78 Ω, I_a = 21 mA, t_a = 24 ms bei I_Δn und 12 ms bei 5 · I_Δn, U_B = 0,9 V.

Bewertung Schritt für Schritt: R_iso 320 MΩ ≥ 1 MΩ — eingehalten. Z_S,max = 230 V / (5 · 16 A) = 2,88 Ω; mit dem verbreiteten Faktor 2/3 für betriebswarme Leiter 1,92 Ω. Gemessen 0,78 Ω — eingehalten; der Kurzschlussstrom beträgt rechnerisch I_k = 230 V / 0,78 Ω ≈ 295 A. I_a = 21 mA liegt zwischen 15 und 30 mA — eingehalten. 24 ms ≤ 300 ms und 12 ms ≤ 40 ms — eingehalten. U_B 0,9 V ≤ 50 V — eingehalten.

Zweites Beispiel mit Abweichung: Stromkreis „Herd“ mit R_iso = 0,6 MΩ. Der Wert liegt unter 1 MΩ; im Protokoll wird die Abweichung vermerkt, etwa mit dem Hinweis auf Feuchte in der Anschlussdose. Die Ursache wird gesucht und behoben, danach wird erneut gemessen.

Abschnitt 07

Messprotokoll und Prüfbefund

Ein Messprotokoll hält Werte und ihren Vergleich mit Grenzwerten fest. Der Prüfbefund über eine reale Anlage wird von der verantwortlichen, berechtigten Elektrofachkraft beurteilt und unterschrieben. Mit dem Messprotokoll-Rechner auf dieser Website lassen sich Werte eintragen, automatisch vergleichen und als PDF mit Unterschriftsfeld ausgeben.

Abschnitt 08

Fazit

Ein Prüfprotokoll hält Anlage, Prüfer, Messgerät und alle Messwerte fest. Seine Aussagekraft entsteht durch die normgerechte Bewertung — und durch den Vergleich über die Jahre.

[ § F ] — FAQ

Häufige Fragen.

Häufige Fragen zum Thema Prüfprotokoll Elektroinstallation: Aufbau, Messwerte und Bedeutung.

  • Angaben zu Anlage, Prüfer, Datum und Messgerät, die Ergebnisse von Besichtigen und Erproben sowie Messwerte wie R_PE, R_iso, Z_S, FI/RCD-Werte, Erdungswiderstand und Drehfeld.