Schutzklasse I — Schutzleiteranschluss
Leitfähige, berührbare Gehäuseteile sind mit dem Schutzleiter verbunden. Bei einem Isolationsfehler fließt ein Fehlerstrom über den Schutzleiter, und die vorgeschaltete Schutzeinrichtung schaltet ab. Symbol: Erdungszeichen.
Beispiele: Waschmaschine, Elektroherd, Metallgehäuse-Leuchten. Voraussetzung ist ein intakter Schutzleiter — eine unterbrochene Schutzleiterverbindung hebt den Schutz auf.
Schutzklasse II — doppelte oder verstärkte Isolierung
Zwischen aktiven Teilen und berührbarer Oberfläche liegt eine doppelte oder verstärkte Isolierung. Ein Schutzleiter wird nicht angeschlossen. Symbol: zwei ineinanderliegende Quadrate.
Beispiele: viele Elektrowerkzeuge, Haartrockner, Ladegeräte. Häufig haben solche Geräte einen Flachstecker ohne Schutzkontakt.
Schutzklasse III — Schutzkleinspannung
Das Betriebsmittel wird nur mit Schutzkleinspannung (SELV) oder PELV betrieben, also mit Spannungen bis 50 V Wechsel- bzw. 120 V Gleichspannung aus einer sicher getrennten Quelle. Symbol: römische III in einer Raute.
Beispiele: Niedervolt-Leuchten, Spielzeug mit Netzteil, Geräte an Sicherheitstransformatoren. Die Sicherheit hängt von der Stromquelle ab — sie muss sicher getrennt sein.
Schutzklasse ist nicht Schutzart
Die Schutzklasse sagt etwas über den Schutz gegen elektrischen Schlag. Die Schutzart (IP-Code nach EN 60529) beschreibt dagegen den Schutz gegen Fremdkörper und Wasser, z. B. IP44 oder IP65. Ein Gerät hat immer beides, unabhängig voneinander.
Häufige Fehler
Fazit
Schutzklasse I schützt über den Schutzleiter, Klasse II über Isolierung, Klasse III über eine ungefährlich niedrige, sicher getrennte Spannung. Die IP-Schutzart ist eine eigene Angabe.