[ § 12 ] — Elektro-Wissen · Thema

Überspannungsschutz: SPD Typ 1, Typ 2 und Typ 3 erklärt.

8 Abschnitte · 3 Formeln · 1 Rechner

Überspannungen durch Blitzeinwirkung oder Schalthandlungen dauern nur Mikrosekunden, können aber Isolationen und Elektronik zerstören. Überspannungs-Schutzgeräte (SPD) leiten sie ab und begrenzen die Spannung. Dieser Artikel erklärt die Typen 1, 2 und 3, ihre Prüfwellen, den Schutzpegel und warum sie als abgestuftes System zusammenarbeiten.

Abschnitt 01

Woher Überspannungen kommen

Direkte oder nahe Blitzeinschläge koppeln sehr hohe Ströme in Gebäude und Leitungen ein. Fernere Einschläge und Schaltvorgänge im Netz erzeugen kleinere, aber häufigere Überspannungen. Ein SPD (Surge Protective Device) begrenzt diese transienten Spannungen auf einen für die Anlage verträglichen Wert.

Abschnitt 02

Typ 1 — Blitzstromableiter

Typ 1 ist für Teilblitzströme ausgelegt und wird mit der Stoßstromwelle 10/350 µs geprüft (Kenngröße I_imp). Er kommt typischerweise am Gebäudeeintritt bzw. im Hauptverteiler zum Einsatz, besonders wenn ein äußerer Blitzschutz vorhanden ist oder die Versorgung über Freileitung erfolgt.

Abschnitt 03

Typ 2 — Überspannungsableiter für Verteiler

Typ 2 wird mit der Welle 8/20 µs geprüft (Kenngrößen I_n und I_max) und schützt die Installation gegen Überspannungen aus fernen Einschlägen und Schalthandlungen. Üblicher Einbauort sind Haupt- und Unterverteiler. Kombi-Ableiter Typ 1+2 vereinen beide Aufgaben in einem Gerät.

Abschnitt 04

Typ 3 — Geräteschutz

Typ 3 begrenzt Restüberspannungen nahe am empfindlichen Endgerät, z. B. als Steckdosen-Adapter oder Einbaumodul. Er ist nur in Verbindung mit vorgeschaltetem Typ 2 sinnvoll und kann diesen nicht ersetzen.

Abschnitt 05

Schutzpegel und Koordination

Der Schutzpegel U_p gibt an, auf welchen Wert ein SPD die Spannung begrenzt. Er muss unter der Stehstoßspannung der zu schützenden Betriebsmittel liegen. Die Typen müssen energetisch koordiniert sein, damit jede Stufe den passenden Anteil übernimmt — der Hersteller gibt an, welche Geräte zusammenpassen.

Die Anschlussleitungen eines SPD sollen möglichst kurz sein, weil jede Leitungsinduktivität bei steilen Stoßströmen eine zusätzliche Spannung erzeugt, die zum Schutzpegel hinzukommt.

Abschnitt 06

Wann ist Überspannungsschutz gefordert?

Ob und welcher Überspannungsschutz erforderlich ist, ergibt sich aus OVE E 8101 sowie, bei Gebäuden mit Blitzschutz, aus der Blitzschutznormenreihe ÖVE/ÖNORM EN 62305 mit ihrer Risikobewertung. Eine pauschale Aussage für jedes Gebäude ist daher nicht möglich.

Abschnitt 07

Häufige Missverständnisse

Abschnitt 08

Fazit

Typ 1, 2 und 3 bilden ein gestuftes Schutzkonzept vom Gebäudeeintritt bis zum Endgerät. Entscheidend sind passender Typ, koordinierter Schutzpegel, kurze Anschlussleitungen und der Potenzialausgleich.

[ § R ] — Selbst rechnen

Passende Rechner mit Rechenweg.

Jeder Rechner zeigt auf Wunsch den Lösungsweg Schritt für Schritt mit deinen eigenen Zahlen.

[ § F ] — FAQ

Häufige Fragen.

Häufige Fragen zum Thema Überspannungsschutz: SPD Typ 1, Typ 2 und Typ 3 erklärt.

  • Typ 1 ist für Teilblitzströme (Prüfwelle 10/350 µs) ausgelegt und sitzt am Gebäudeeintritt; Typ 2 begrenzt Überspannungen aus fernen Einschlägen und Schalthandlungen (8/20 µs) und sitzt im Verteiler.