Wie ein FI/RCD funktioniert
Ein Summenstromwandler vergleicht hin- und zurückfließende Ströme. Ist die Differenz — der Fehlerstrom I_Δ — größer als der Auslösebereich, trennt das Gerät alle aktiven Leiter.
FI-Schalter und RCD bezeichnen dasselbe Gerät; RCD ist der internationale Begriff. Ein FI/RCD schützt nicht gegen Überlast oder Kurzschluss zwischen Außen- und Neutralleiter — dafür braucht es LS-Schalter oder Sicherungen.
Prüftaste: der Funktionstest durch den Betreiber
Die Prüftaste erzeugt intern einen künstlichen Fehlerstrom. Löst das Gerät aus, ist die Mechanik grundsätzlich funktionsfähig. Das Prüfintervall gibt der Hersteller an, häufig ist es auf dem Gerät aufgedruckt.
Die Prüftaste misst weder Auslösezeit noch Auslösestrom und prüft nicht den Schutzleiter oder den Erder. Sie ersetzt daher keine messtechnische Prüfung.
Messtechnische Prüfung mit Installationstester
Bei Erst- und wiederkehrenden Prüfungen werden von Elektrofachkräften unter anderem folgende Größen ermittelt:
Welche Auslösezeiten gelten?
Die Gerätenormen für Fehlerstrom-Schutzschalter legen Höchstwerte fest. Für unverzögerte Geräte sind das bei I_Δn höchstens 300 ms und bei 5 · I_Δn höchstens 40 ms; selektive Geräte (Kennzeichen S) schalten bewusst verzögert.
Ob eine Anlage insgesamt die Abschaltbedingungen erfüllt, wird nach OVE E 8101 im Zusammenhang mit Netzsystem und Erdung beurteilt — die Geräteauslösezeit ist nur ein Teil davon.
RCD-Typen AC, A, F und B
Die Typen unterscheiden sich darin, welche Fehlerstromformen sie erfassen. Typ AC nur sinusförmige Wechselfehlerströme, Typ A zusätzlich pulsierende Gleichfehlerströme, Typ F zusätzlich Mischfrequenzen (z. B. bei einphasigen Frequenzumrichtern), Typ B auch glatte Gleichfehlerströme.
Bei Ladeeinrichtungen für Elektroautos ist ein Schutz gegen glatte Gleichfehlerströme erforderlich — durch RCD Typ B oder durch Typ A in Kombination mit einer Gleichfehlerstrom-Erkennung in der Ladeeinrichtung. Welche Lösung zulässig ist, hängt von Hersteller und Anlage ab.
„Der FI fliegt raus“ — typische Ursachen
Häufige Auslöseursachen sind Isolationsfehler, Feuchtigkeit in Außensteckdosen oder Geräten, defekte Heizelemente, vertauschte oder verbundene N-Leiter verschiedener Stromkreise sowie die Summe kleiner Ableitströme vieler Geräte. Die Fehlersuche gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.
Fazit
Die Prüftaste zeigt, dass die Mechanik arbeitet; Auslösestrom, Auslösezeit und Berührungsspannung lassen sich nur messen. Der passende RCD-Typ richtet sich nach den angeschlossenen Verbrauchern.