[ § 11 ] — Elektro-Wissen · Thema

FI/RCD-Prüfung: Prüftaste, Auslösestrom und Auslösezeit.

7 Abschnitte · 3 Formeln · 2 Rechner

Eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (FI-Schalter, RCD) schaltet ab, wenn ein Teil des Stroms nicht über Außen- und Neutralleiter zurückfließt. Ob sie das zuverlässig tut, zeigt einerseits die Prüftaste, andererseits eine Messung mit Installationstester. Dieser Artikel erklärt beide Prüfungen, die Messgrößen und die RCD-Typen.

Abschnitt 01

Wie ein FI/RCD funktioniert

Ein Summenstromwandler vergleicht hin- und zurückfließende Ströme. Ist die Differenz — der Fehlerstrom I_Δ — größer als der Auslösebereich, trennt das Gerät alle aktiven Leiter.

FI-Schalter und RCD bezeichnen dasselbe Gerät; RCD ist der internationale Begriff. Ein FI/RCD schützt nicht gegen Überlast oder Kurzschluss zwischen Außen- und Neutralleiter — dafür braucht es LS-Schalter oder Sicherungen.

Abschnitt 02

Prüftaste: der Funktionstest durch den Betreiber

Die Prüftaste erzeugt intern einen künstlichen Fehlerstrom. Löst das Gerät aus, ist die Mechanik grundsätzlich funktionsfähig. Das Prüfintervall gibt der Hersteller an, häufig ist es auf dem Gerät aufgedruckt.

Die Prüftaste misst weder Auslösezeit noch Auslösestrom und prüft nicht den Schutzleiter oder den Erder. Sie ersetzt daher keine messtechnische Prüfung.

Abschnitt 03

Messtechnische Prüfung mit Installationstester

Bei Erst- und wiederkehrenden Prüfungen werden von Elektrofachkräften unter anderem folgende Größen ermittelt:

Abschnitt 04

Welche Auslösezeiten gelten?

Die Gerätenormen für Fehlerstrom-Schutzschalter legen Höchstwerte fest. Für unverzögerte Geräte sind das bei I_Δn höchstens 300 ms und bei 5 · I_Δn höchstens 40 ms; selektive Geräte (Kennzeichen S) schalten bewusst verzögert.

Ob eine Anlage insgesamt die Abschaltbedingungen erfüllt, wird nach OVE E 8101 im Zusammenhang mit Netzsystem und Erdung beurteilt — die Geräteauslösezeit ist nur ein Teil davon.

Abschnitt 05

RCD-Typen AC, A, F und B

Die Typen unterscheiden sich darin, welche Fehlerstromformen sie erfassen. Typ AC nur sinusförmige Wechselfehlerströme, Typ A zusätzlich pulsierende Gleichfehlerströme, Typ F zusätzlich Mischfrequenzen (z. B. bei einphasigen Frequenzumrichtern), Typ B auch glatte Gleichfehlerströme.

Bei Ladeeinrichtungen für Elektroautos ist ein Schutz gegen glatte Gleichfehlerströme erforderlich — durch RCD Typ B oder durch Typ A in Kombination mit einer Gleichfehlerstrom-Erkennung in der Ladeeinrichtung. Welche Lösung zulässig ist, hängt von Hersteller und Anlage ab.

Abschnitt 06

„Der FI fliegt raus“ — typische Ursachen

Häufige Auslöseursachen sind Isolationsfehler, Feuchtigkeit in Außensteckdosen oder Geräten, defekte Heizelemente, vertauschte oder verbundene N-Leiter verschiedener Stromkreise sowie die Summe kleiner Ableitströme vieler Geräte. Die Fehlersuche gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.

Abschnitt 07

Fazit

Die Prüftaste zeigt, dass die Mechanik arbeitet; Auslösestrom, Auslösezeit und Berührungsspannung lassen sich nur messen. Der passende RCD-Typ richtet sich nach den angeschlossenen Verbrauchern.

[ § F ] — FAQ

Häufige Fragen.

Häufige Fragen zum Thema FI/RCD-Prüfung: Prüftaste, Auslösestrom und Auslösezeit.

  • So oft, wie es der Hersteller angibt; das Intervall ist häufig auf dem Gerät aufgedruckt. Die Prüftaste ersetzt keine messtechnische Prüfung.