Schutz gegen elektrischen Schlag
Basisschutz verhindert das Berühren aktiver Teile im Normalbetrieb, etwa durch Isolierung und Abdeckungen. Fehlerschutz greift, wenn z. B. ein Gehäuse durch einen Isolationsfehler Spannung annimmt — meist durch automatische Abschaltung.
Zusatzschutz durch eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit I_Δn ≤ 30 mA soll wirken, wenn die anderen Maßnahmen versagen oder unachtsam gehandelt wird.
Überstromschutz
Leitungsschutzschalter und Schmelzsicherungen schützen Leitungen vor Überlast (thermisch, zeitverzögert) und Kurzschluss (magnetisch bzw. schnell). Die Charakteristik B, C oder D gibt den Bereich der unverzögerten Auslösung an: etwa 3–5, 5–10 bzw. 10–20 × I_n.
Ein LS-Schalter schützt die Leitung, nicht das angeschlossene Gerät; ein FI/RCD ersetzt keinen Überstromschutz. FI-/LS-Kombinationen (RCBO) vereinen beide Funktionen.
Überspannungsschutz und Potenzialausgleich
Überspannungs-Schutzgeräte (SPD) begrenzen transiente Überspannungen. Typ 1 ist für Blitzströme ausgelegt, Typ 2 für Verteiler, Typ 3 für den Geräteschutz nahe am Endgerät.
Der Schutzpotenzialausgleich verbindet leitfähige Teile wie Wasser- oder Heizungsrohre mit der Haupterdungsschiene, damit zwischen berührbaren Teilen keine gefährlichen Spannungen entstehen.
Schutzklassen und Schutzarten
Schutzklasse I: Betriebsmittel mit Schutzleiteranschluss. Schutzklasse II: doppelte oder verstärkte Isolierung, kein Schutzleiter. Schutzklasse III: Betrieb mit Schutzkleinspannung.
Der IP-Code nach EN 60529 beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper (erste Ziffer) und Wasser (zweite Ziffer), z. B. IP44 spritzwassergeschützt oder IP65 staubdicht und strahlwassergeschützt.