Das Leistungsdreieck
Wirkleistung P (W), Blindleistung Q (var) und Scheinleistung S (VA) bilden ein rechtwinkliges Dreieck: S² = P² + Q². Der Winkel zwischen P und S ist der Phasenwinkel φ.
Daraus folgen P = S · cos φ und Q = S · sin φ. Beispiel: 3 kW bei cos φ = 0,8 ergeben S = 3,75 kVA und Q = 2,25 kvar.
Woher Blindleistung kommt
Spulen (Motoren, Transformatoren, Vorschaltgeräte) bauen in jeder Halbperiode ein Magnetfeld auf und wieder ab, Kondensatoren ein elektrisches Feld. Diese Energie pendelt zwischen Netz und Verbraucher und verrichtet keine Arbeit.
Der Blindstrom erhöht aber den Gesamtstrom und damit Leitungsverluste und Spannungsfall. Größere Betriebe zahlen deshalb häufig für Blindarbeit über einer vertraglichen Grenze.
Blindleistungskompensation
Kondensatoren liefern kapazitive Blindleistung, die die induktive Blindleistung der Motoren ausgleicht. Die benötigte Kondensatorleistung ist Q_C = P · (tan φ₁ − tan φ₂).
Ziel ist meist ein cos φ zwischen etwa 0,9 und 0,95. Eine Überkompensation ins Kapazitive ist zu vermeiden; Auslegung und Oberschwingungsfragen gehören in die Fachplanung.